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Donnerstag, 28. Februar 2013

Leserückblick: Februar 2013

Gelesene Bücher: 13 (davon 8 Ebooks)

Buch des Monats: "Jakobs Mantel" von Eva Weaver
Dieses Monat hatte ich zwar viele 4-Lesebrillen-Bücher, aber nur eines, das auch die fünfte Lesebrille verdient hat. So ist es mir leicht gefallen, "Jakobs Mantel" zum Buch des Monats auszuwählen.
Dieses Buch ist eine generationsübergreifende Holocaust-Geschichte, das mir besonders inhaltlich gut gefallen hat. Aus der Perspektive des Jungen "Mika" wird man ins Warschauer Ghetto entführt und sieht, dass auch kleine Dinge wichtig sind, egal wie schrecklich die Umgebung und die Umstände sind. Ich kann jeden nur dieses Buch empfehlen, der eine Geschichte über den Holocaust lesen will. Es ist einzigartig.

Flop des Monats: "Maddie - Der Widerstand geht weiter" von Katie Kacvinsky
Ich hatte zwar zwei Bücher diesen Monat, bei denen ich das Lesen abgebrochen habe, bewerte aber generell nur Bücher, die ich auch fertiggelesen habe. Und so ist der zweite Band der Maddie Freeman Reihe zu meinen persönlichen Monatsflop geworden.
Ich fand zwar das Thema interessant (die Strafanstalt für Jugendliche, die sich gegen die Digital School stellen), aber es kam einfach keine Spannung beim Lesen auf. Dazu kam, dass ich auch vergeblich nach einer guten Charakterisierung gesucht habe. Und: Im Grunde passiert nicht viel, außer einer Actionszene am Ende der Geschichte. Das ist für mich zu schwach. Schade.

Die gelesenen Bücher im einzelnen (sortiert nach Bewertung) kurz kommentiert:

5 Lesebrillen

Jakobs Mantel von Eva Weaver
Ja, dieses Buch hat es verdient zum "Buch des Monats" gekürt zu werden. Inhaltlich ist es erste Klasse. Es ist mal etwas anderes, eine Holocaust-Geschichte aus der Perspektive eines unschuldigen Kindes zu lesen. Und es ist einzigartig zu sehen, wie wichtig die kleinen Dinge im Leben sein können, auch wenn das Leben drumherum einfach nur schrecklich und entsetzlich ist. Dieses Buch ist eines, das man liest und über das man noch lange danach nachdenkt. Daher meine absolute Leseempfehlung dazu!
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4 Lesebrillen

Das Maikäfermädchen von Gina Mayer
Dieses Buch ist eine Nachkriegsgeschichte der besonderen Art. Es geht um Käthe, die im zerbombten Düsselsdorf im Jahre 1945 um ihr tägliches Überleben kämpft. Um zu Nahrung zu kommen, arbeitet sie als Hebamme, doch schon bald lebt sie hauptsächlich vom Geld, das sie als "Engelsmacherin" verdient.
Dieses Buch beschreibt die die andere Seiten des Zweiten Weltkriegs. Die Folgen. Es ist absolut lesenwert!
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Die Trostfrauen von Ruth Hallo
Dieses Buch hat einen ganz schlimmen Hintergrund: Es ist nicht nur erfunden, denn Trostfrauen gab es wirklich. Ruth Hallo schrieb eine Geschichte über Zwangsprostitution chinesischer Frauen. Zwar gibt es auch heute noch Zwangsprostition überall auf der Welt- auch bei uns - doch hier kommt noch der religiöse Aspekt hinzu: Denn von Frauen, die vergewaltigt wurden, erwartet man, dass sie sich das Leben nehmen. Tiefer kann eine Weltanschauung nicht sinken, oder?
Das Buch ist nichts für schwache Nerven, weil es all das Grauen in sich hat. Trotzdem ist es wichtig, diese Geschichte in die Welt hinauszutragen, damit sie nicht vergessen wird.
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Stirb ewig von Peter James
Dieser Thriller hat einen vorbildhaften Spannungsbogen in sich: Die Geschichte fängt vermeintlich harmlos an (Junggesellenstreich) und endet mit einem Kampf ums Überleben. Die wechselnden Perspektiven sorgen für zusätzliche Spannung, ohne zu viel zu verraten, so dass auch noch Überraschungen auf den Leser warten. Es ist einfach thrillermäßig gut geschrieben und daher eine Leseempfehlung wert.
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Ich soll nicht töten von Barry Lyga
Hier hat mich besonders die Hauptfigur interessiert. Denn in diesem Thriller verfolgt der Leser keinen Profiler oder Detective, sondern den Sohn eines bekannten Serienkillers. Auch wenn bei der Charakterisierung und dem inhaltlichen Aufbau noch mehr drin gewesen wäre, finde ich das Buch absolut lesenwert und kann es Thrillerfans nur empfehlen. Es ist einfach eine Abwechslung.
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Überleben von S.A. Bodeen
Dieser Jugendthriller enthält eine Endzeitvision: Die Familie von Eli zieht in einen Luxusbunker und muss dort Jahre ausharren. Doch irgendwann wird Eli skeptisch: Was, wenn sein Vater lügt? Wenn die Welt doch noch existiert?
Eli macht eine charakterliche Wandlung durch und wird vom unsympathischen Jungen zu einem Helden. Auch die anderen Charaktisierungen sind so angelegt, dass sie sich im Laufe der Handlung weiterentwickeln. Dazu kommt die Enge des Bunkers, die Frage, was der Vater zu verbergen hat, ... Alles in allem ist es ein spannender Jugendthriller.
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Die Stadt der verschwundenen Kinder von Caragh O'Brien
Auch das ist ein Ausnahmebuch für mich, weil dieser dystopische Jugendthriller Fantasyelemente enthält. Zwar hat die Geschichte auch ihre Schwächen, doch beim Lesen stören die nicht so sehr, so dass ich für dieses Buch ganze vier Lesebrillen vergeben habe. Und sogleich auch den zweiten Band bestellt habe. "Die Stadt der verschwundenen Kinder" ist der erste Band der Gaia Stone Reihe und alles dreht sich darum: Das Leben vor der Mauer und hinter der Mauer, wo Gaia jedes Monat die ersten drei Neugeborenen abliefern muss.
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Das Labyrinth erwacht von Rainer Wekwerth
Ich bin ja eigentlich so gar kein Fantasyleser, aber manchmal mache ich eben doch eine Ausnahme. Und das ist gut so, sonst hätte ich wohl dieses Buch nicht gelesen. Hier fand ich besonders die Charakterisierung stark, weil die sieben Hauptfiguren absolut unterschiedlich ausgestattet sind. Das bringt Spannung, das sorgt für Emotion. Auch das Setting dieser ungewöhnlichen Welt ist sehr gut beschrieben und der Wechsel in eine andere Welt, sorgt dafür, dass keine Eintönigkeit aufkommt. Dazu kommt noch das Spiel gegen die Zeit, das für Spannung sorgt. Wekwerth ist hier wirklich ein sehr guter Jugendthriller mit Fantasyelementen gelungen.
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3 Lesebrillen

Beuteschema von Neal Baer
Für ein durchschnittliches Leseerlebnis sorgte dieser Serienmörder-Thriller. Eigentlich fand ich es interessant, als ich las, dass die Hauptfigur Claire Waters als forensische Psychiaterin dafür verantwortlich ist, dass ein gefährlicher Schwerverbrecher wieder auf freien Fuß gelangt. Doch am Ende las ich eigentlich drei Geschichten in einer - und keine war wirklich glaubwürdig oder spannend, eher ein Mix aus Versuchen, einen spannenden Thriller zu konstruieren, wobei es beim Versuch geblieben ist.
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Seelenriss von Hanna Winter
Von diesem Thriller bin ich hin- und hergerissen. Er baut auf Handlung und nicht auf Charakterisierung auf, so dass er wirklich flott zu lesen ist. Dazu kommt, dass mir dieser handlungsorientierte Schreibstil wirklich gut gefallen hat, weil er sich auf den roten Faden konzentriert und Nebensächlichkeiten weglässt. Aber das Motiv des Mörders empfand ich für seine Foltermorde dann doch viel zu schwach, so dass es absolut unglaubwürdig wirkt, dass man aus diesem Motiv heraus so bestiallisch morden - das hätte maximal für einen Mord im Affekt gereicht.
Rezension folgt!

Katzenberge von Sabrina Janesch
Dieses Buch lag lange auf meinen SuB. Ich hatte es schon einmal zu lesen angefangen, aber erst jetzt las ich es von Anfang bis zum Ende. Bei der Lesung beim Bachmannpreis 2010 fand ich die Schreibweise mit "Großvater sagte" so interessant, dass ich es sofort bestellt habe. Trotzdem empfand ich am Ende des Buches diese Lektüre nur durchschnittlich. Vielleicht hatte ich auch hier einfach zu hohe Erwartungen?
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2 Lesebrillen

Erinnerung an einen schmutzigen Engel von Henning Mankell
Oh, ich hab mich so gefreut auf ein neues Buch von Henning Mankell. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, so dass ich am Ende doch enttäuscht war. Viel zu harmlos empfand ich das Setting, das Mankell gewählt hat: ein afrikanisches Leben als Bordellbesitzerin inmitten menschlicher Ungerechtigkeit zwischen schwarz und weiß. Am Ende las ich jedoch nur eine lauwarme Erzählung. Das ist so schade!
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Maddie - Der Widerstand geht weiter von Katie Kacvinsky
Wie schon oben unter "Flop des Monats" geschrieben, hat mich der zweite Band der Maddie Freeman Reihe nicht überzeugt. Mir fehlte die Spannung, mir fehlten glaubwürdige, interessante Charaktere. Kurz: Mir fehlte von allem etwas.
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1 Lesebrille

- kein Buch -

Abgebrochen

Die Abenteuer des Joel Spazierer | Michael Köhlmeier
Das Buch habe ich nach 70 gelesenen Seiten abgebrochen. Ich kam einfach nicht in die Geschichte, obwohl ich normalerweise Köhlmeiers Schreibstil ganz gut mag. Dabei fand ich das Buch thematisch absolut interessant: Es erzählt die Geschichte eines Lügners, eines Diebes, eines Mörders.
Da ich das Buch aber nicht ungelesen im Buchregal verstauben lassen will, werde ich es zum Welttag des Buches verschenken. Wäre wirklich schade, diese wunderschöne Hardcoverausgabe ungelesen verstauben zu lassen.

Schlüsselmädchen | Lindita Arapi
Tja, wenn ich mich nach 80 gelesenen Seiten noch immer frage: Liebe Autorin, was willst du mir eigentlich erzählen?, dann finde ich, ich habe eindeutig einen Fehlkauf gemacht und vertrödle nur meine Zeit. Genau dieses Gefühl hatte ich bei dem Buch. Der Anfang war gar nicht so schlecht, aber hätte ich die Buchbeschreibung nicht gelesen, dann könnte ich spätestens ab Belgien nicht mehr sagen, worum es da eigentlich geht. Tut mir leid, aber da gibt es bessere Bücher, mit denen ich meine Zeit verbringen will.

Neuzugänge im Februar


  1. Das Labyrinth erwacht - Rainer Wekwerth
  2. Die Stadt der verschwundenen Kinder - Caragh O'Brien
  3. Die Abenteuer des Joel Spazierer - Michael Köhlmeier
  4. Jakobs Mantel - Eva Weaver
  5. Schlüsselmädchen - Lindita Arapi
  6. Das Land der verlorenen Träume - Caragh O'Brien
  7. Maddie - Der Widerstand geht weiter - Katie Kacvinsky
  8. Flammenkinder - Lars Kepler
  9. Die Verstummten - Stephanie Fey
  10. Und keiner wird dich kennen - Katja Brandis
  11. Seelenriss - Hanna Winter
  12. Ich soll nicht töten - Barry Lyga
  13. Der Sohn des Knochenzählers - Evelyn Grill

SuB- Stand:

SuB alt: 79 Bücher (55 Ebooks, 24 Printausgaben)
Gekaufte Bücher: 13 (4 Ebooks, 9 Printausgaben)
Gelesene Bücher: 13 (8 Ebooks, 5 Printausgaben)
SuB aktuell: 79 Bücher (54 Ebooks, 25 Printausgaben)

Meine Vorgabe für dieses Jahr habe ich auch diesen Monat trotz fleißiger Buchkäufe eingehalten: Der SuB-Stand darf sich nicht erhöhen. Wie voriges Monat ist er noch immer bei 79 Büchern. Trotzdem muss ich mich beim Lesen ranhalten, da ich auch für März einige Neuzugänge geplant habe.
Ich hoffe, auch nächstes Monat werde ich wieder von guten Büchern überrascht werden- denn so macht das Lesen Spaß, wenn man fast ausschließlich gute Bücher liest.

Wie sah dein Lesemonat aus? Welches Buch ist dein Top? Dein Flop?

Kommentare:

  1. Wow, das ist ja mal eine beeindruckende Liste. Wenn ich überlege, wie viele Bücher ich im Februar geschafft hab... Respekt.

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  2. Ja, die ersten beiden Monate waren wirklich erfolgreiche Lesemonate. Leider glückt mir das auch nicht immer;).

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