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Mittwoch, 22. Mai 2013

Oh, Schreck, oh, Schreck, das Ebook ist weg!

- oder - Warum ich wieder Printbücher kaufe!

Gestern ist es geschehen. Ich wurde anschaulich mit den AGB's von Thalia.at konfrontiert. Denn im Kundenkonto erlebte ich eine gigantische Überraschung: Fast all meine gekauften Ebooks sind spurlos verschwunden und die, die noch gelistet sind, können nicht mehr gedownloadet werden. Siehe Screenshot:

... nicht nur bei Thalia

Hätte ich, Ebookjunkie, doch besser mal die AGB's genauer gelesen! Denn nicht nur Thalia schreibt in den AGB's (unter §11, Abs. 5) wie folgt:
Der Download-Link steht für einen Zeitraum von mindestens 100 Tagen nach Annahme des Nutzungsvertrages gemäß Absatz 1 und 2 zur Verfügung. ... Für Downloads im EPUB- oder PDF-Format stehen nach dem erstmaligen Download maximal fünf weitere Zugriffsmöglichkeiten auf die Downloadfunktion ("Re-Download") auf unterschiedliche Endgeräte zur Verfügung. ...
Auch die anderen Shops haben ähnliche Passagen in den AGB's angeführt. In den AGB's von Weltbild steht unter Punkt 8 (ähnlich lautet es bei eBook.de):
Die Möglichkeit zum erneuten Herunterladen von eBooks stellt einen freiwilligen Service dar, den wir jederzeit beenden können. Wir behalten uns daher das Recht vor, die Möglichkeit zum erneuten Daten-Download von eBooks jederzeit vorübergehend oder auf Dauer zu ändern, zu unterbrechen oder einzustellen und/oder einzelne eBooks aus Ihrem Kundenkonto zu löschen. ...
Im Grunde heißt das: Entweder man sichert sich eine Kopie des Ebooks oder man hat Pech gehabt.
Was mich ärgert, ist, dass man ein wenig irregeführt wird. Denn im Kundenkonto gibt es eine Cloud, wo all die Ebooks gelistet sind, die man einkauft. Dadurch wird das Gefühl erzeugt, dass man dort jederzeit auf seine gekauften Ebooks zurückgreifen kann, denn es steht nirgends, dass die Downloadlinks ablaufen (außer im Kleingedruckten eben, das sowieso kaum jemand liest).

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich als Ebook-Käufer schon über den Tisch gezogen fühle. Denn 1. sind die Ebooks oft nur unwesentlich günstiger als Printausgaben, 2. kann ich sie nie mehr verkaufen, 3. weiterverleihen ist ebenso unmöglich und 4. gehen halt digitale Güter schnell mal in den Weiten des Datenspeichers verloren. Ich hab also Unmengen an Nachteilen, zahle aber fast gleich viel wie für die Printausgaben und bin natürlich: selbst schuld (mich hat ja niemand gezwungen, ein Ebook zu kaufen). Von den Formatekrieg will ich da noch gar nicht sprechen, da ich da wenigstens durch die Nutzung des iPads als eReader unabhängig bin.

Natürlich habe ich die Vorteile des digitalen Lesens kennen und schätzen gelernt. Ich lese digital einfach schneller als auf Papier; ich brauche keine Post-it-Zettel, um Stellen zu markieren; keinen Notizblock, um Randnotizen zu machen; und nicht jedes Jahr ein neues Zimmer anbauen, um irgendwo die Bücher unterbringen zu können.

Aber die Nachteile überwiegen einfach und ich bin nicht länger bereit, für ein Ebook fast gleich viel (oder mit Ausnahmen sogar mehr) zu zahlen wie für ein Printbuch. Ich finde es einfach schade, dass man hier Ebookleser vergrault. Denn ich muss zugeben: Seit es Ebooks gibt und ich sie lese, habe ich viel mehr Bücher gekauft als zuvor (und meinen Überblick über den SuB verloren ;)).
Deswegen habe ich mir vorgenommen, vorerst nur noch Printbücher zu kaufen und Ebooks nur zu leihen. In Sachen "Ebook" muss noch viel getan werden, wobei ich aber keine Lust habe, als zahlendes Versuchsobjekt zu fungieren und jede kleingedruckte Zeile lesen zu müssen, um zu wissen, was ich da eigentlich genau erwerbe. Zumindest wird es meine Brieftasche freuen, denn ein Printbuch-SuB ist leichter zu überwachen als ein Ebook-SuB;).

Das musste ich jetzt einmal sagen. Wünsche euch trotzdem schöne Lesestunden - ob mit Ebooks oder Printbüchern.


Nachtrag (24.05.2013), damit kein falscher Eindruck entsteht:
Ich bin nach wie vor gerne Kunde von Thalia.at. Bis auf die gelöschten Ebooklinks im Kundenkonto kann ich nämlich überhaupt nichts negatives über Thalia sagen. Im Gegenteil: Die Lieferung der Bücher erfolgt schnell, Abrechnungen sind problemlos und die Mitarbeiter, die den Telefondienst betreuen, sind immer hilfsbereit, freundlich und kompetent.
Auch in Zukunft werde ich wohl die meisten Bücher, die ich kaufe, über Thalia beziehen! Bin eben bis auf die Löschung der Ebooks aus dem Kundenkonto absolut zufrieden mit Thalia!


Kommentare:

  1. Hallo Iris!

    Meine e-books habe ich immer bei Amazon gekauft und dort habe ich zum Glück nicht die Probleme gehabt, die du beschreibst. Finde es aber eine Frechheit, dass die Unternehmen das so einrichten, dass man das Kleingedruckte lesen MUSS ... okay, sollte man machen - macht aber keiner und das wird charmlos ausgenutzt.
    Recht seltsam ist, dass diese Unternehmen den Kindle (Amazonprodukt) Konkurrenz machen wollen, aber anscheinend nicht auf die Kunden eingehen, sondern mit so was diese eher verscheuchen.

    Ich hoffe, du lässt dir die Lesefreude dadurch nicht nehmen =)

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Hallo Silke,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ich hab gerade meine anderen Shopeinkäufe kontrolliert und festgestellt, dass nur bei Thalia die Ebooks verschwunden sind. Stimmt, bei Amazon sind noch alle da, ebenso bei Weltbild.
      Mich ärgert es nur, dass man hier ein wenig in die Irre geführt wird, weil es so aussieht, als wären dort immer alle gekauften Ebooks gespeichert und man nicht vorgewarnt wird, wenn sie aus dem Kundenkonto gelöscht werden (es sei denn, man hat tatsächlich ganz genau das Kleingedruckte in den AGBs gelesen).
      Meine Lesefreude wird dadurch nicht betrübt, ich kaufe halt wieder vermehrt Printbücher;).
      Liebe Grüße, Iris

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  2. Ich bin auch vor einiger Zeit auf eBooks umgestiegen (nach nem Umzug) und mir war sehr schnell klar, dass deutsche eBooks einfach nicht infrage kommen: wegen der schlechten Auswahl, den hohen Preisen und dem Rechte-Hickhack. Also hab ich mich im englischsprachigen Netz umgetan und gebe jetzt halt da mein Geld aus - primär über Amazon. Printbücher beim deutschen Buchhandel zu kaufen belohnt sie doch gerade noch für ihre Strategie, das elektronische Lesen möglichst unangenehm zu machen...

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    1. Ich wusste gar nicht, dass es zwischen englischen und deutschen Ebooks einen Unterschied gibt! Sollte wohl auch mein Englisch wieder auffrischen;). Vielen Dank für den Hinweis! LG Iris

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  3. Hallo,

    ich lese selbst E-Books, jedoch mit Kindle und dort gibt es diese Probleme glücklicherweise nicht. Finde es wirklich bedenklich und mehr als frech, dass das Recht auf den Download einfach so verloren geht, da man schließlich keinen extrem günstigeren Preis gezahlt hat und das Printbuch ja auch nicht einfach so verschwindet.

    Gut, dass du darüber berichtet hast, denn das Problem werden die wenigsten kennen. Lese selbst das Kleingedruckte auch nicht immer so ausführlich.

    E-Books könnte man theoretisch verleihen, denn es gibt Programme die Kopierschutz entfernen können und notfalls in andere Formate umwandeln. Das wird aber wahrscheinlich nicht gern gesehen. Allerdings wird es mit Printbüchern ja auch nicht anders gemacht.

    Lass dir den Spaß am lesen auf jeden Fall nicht vermiesen. :-)

    Liebe Grüße,
    Petzi

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    1. Hallo Petzi,
      das ist genau das, was ich ankreide: Es steht nur im Kleingedruckten in den AGBs, dass Ebooklinks jederzeit gelöscht werden können und nicht sofort ersichtlich z. B. oberhalb der gekauften Ebookliste. Ich empfinde das als Irreführung des Kunden.
      Zwar werde ich weiterhin Ebooks kaufen (da ich keine Taschenbücher lesen mag), aber vermehrt zu Hardcovern und Paperbacks greifen. Irgendwie war das jetzt der letzte Tropfen, der mir das Ebook vergrault hat;). Aber die Lesefreude bleibt vorhanden. Ein Leben ohne Bücher- das geht ja gar nicht;).
      Herzlichen Dank für dein Feedback,
      ebenfalls viel Lesespaß, liebe Grüße, Iris

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  4. Interessanter Hinweis. Danke dafür. Ich kann mich immer noch nicht mit E-Readern anfreunden und ärgere mich, dass deutsche Anbieter wieder besonders Kunden-unfreundlich sind, gleichzeitig aber auf Amazon einhacken. So wird das nix mit dem Brechen des Monopols. Danke jedenfalls für den Artikel. Ich nehme jetzt mein eselohriges Paperback und freue mich, dass ich das sogar verleihen kann ;-)

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    1. Hallo Julia,
      stimmt, würde das Amazon machen, würde es einen lauten Aufschrei geben. Vielen Dank für dein Feedback und den gedruckten Büchern;),
      liebe Grüße, Iris

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  5. Hallo!

    Ich habe ein Sony Reader, also kein Kindle, darum kaufe ich nicht bei Amazon. Bei Thalia kaufe ich schon seit langer Zeit nicht mehr. Erstens haben sie nicht immer die Ausgaben die ich gerne hätte (Englisch), und Zweitens, weil ich genau diese Problem schon mal hatte bei Thalia. Ich kaufe seit Jahren bei ebooks.de (ehemals libri.de) und ich habe es gerade überprüft: Ebooks die ich in März 2010 gekauft habe, kann ich immer noch downloaden. Aber ich muss sagen, dass ich auch alle am Laptop habe und auch regelmäßig eine Sicherung mache.

    Wo ich sonst noch kaufe ist bei eBooks.com, da allerdings gibt es nur englische Ebooks.

    Liebe Grüße aus Wien ;-)

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    1. Vielen Dank für dein Feedback! Ich hab zwar auch eine Sicherung der Ebooks (und wenn ich richtig gezählt habe, habe ich in all der Zeit nur "eines" verloren), aber da ich mit dem iPad lese und mich so direkt in das Kundenkonto einloggen kann, wäre es praktischer, wenn ich von dort immer wieder auf meine gekauften Ebooks zugreifen könnte. So muss ich umständlich zuerst den PC einschalten, das iPad anschließen und von dort synchronisieren. Ist halt einfach ein Mehraufwand.
      Bei Weltbild ist es mir auch nicht aufgefallen, dass Ebooks aus dem Konto verschwinden - allerdings laut AGBs können sie diese jederzeit aus dem Kundenkonto löschen.
      Vielen Dank,
      weiterhin viel Spaß beim Lesen,
      liebe Grüße, Iris

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  6. Vielen Dank für deinen Beitrag, Liebes! Ich hab nämlich die AGBs bei Thalia auch nicht gelesen, als ich mir letztens ein eBook auf das iPad geladen hab. Also sollte ich es bald lesen, um es nicht zu verlieren... Bei Amazon ist das besser gehandelt, da kann ich das eBook zusätzlich auf dem Rechner speichern, so geht es mir nicht verloren. Auch ich kaufe seit Kindle und Co mehr Bücher als vorher und lese auch mehr, ganz einfach, weil es bequemer ist, einen Kindle in die Handtasche zu packen, als eine große Umhängetasche mit dicken Wälzern mitzuschleppen 😉 und ich lese nun mal gern dicke Bücher...

    Ganz liebe Mittwochsgrüße - Elke aka Sunsy 😉

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    1. Hallo Elke,
      auf alle Fälle würde ich dringend raten, die Ebooks zu sichern (auf einen USB-Stick oder direkt auf die Festplatte). Die heruntergeladenen Ebooks verschwinden nicht, nur aus dem Kundenkonto werden die Downloadlinks gelöscht.
      Ich finde, durch solche "Praktiken" machen sie sich selbst das Geschäft kaputt. Denn ich merke, dass ich meinen Ebook-SuB so gut wie gar nicht unter Kontrolle habe und viel mehr kaufe als ich lesen kann;). Und es stimmt: Ich hab auch gerne mein iPad mit all den Büchern in der Tasche dabei und kann so überall lesen, was ich gerade möchte, anstatt nur ein Buch mitzunehmen und dann auf günstige Lichtverhältnisse angewiesen zu sein;).
      Ist halt einfach schade. Hoffe, dass sich hier in den nächsten Jahren noch einiges ändern wird (auch preislich gesehen), so dass das Ebook wirklich zur Lesefreude wird.
      Wünsch dir eine schöne restliche Lesewoche, liebe Grüße, Iris

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