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Samstag, 8. Juni 2013

One Lovely Blog Award

Von Angels Bücherecke habe ich eine Blogauszeichnung verliehen bekommen, und zwar heißt dieser Award: "One Lovely Blog Award". Vielen Dank dafür an dieser Stelle!
Zu diesem Award gehört es, sieben Dinge über sich preiszugeben. Das ist nicht leicht, denn was soll ich über mich erzählen, dass ihr entweder nicht ohnehin schon wisst oder im besten Fall irgendwas mit Büchern zu tun hat. Ich werde mir aber Mühe geben...


1) Ich mag keine historischen Romane (mehr). Ihr wisst, was ich lese und was ich so gut wie nie rezensiere. Das Genre der historischen Romane taucht hier im Blog so gut wie gar nicht auf, weil ich schon seit Jahren keine mehr lese. Früher liebte ich dieses Genre (ganz besonders Bücher von Ulrike Schweikert, Wolf Serno, ...), aber wahrscheinlich habe ich mich selbst übersättigt. Tja, hier bin ich wohl vom Fan zum Nichtleser geworden.

2) Die Unmenschlichkeit unserer Zeit macht mich manchmal sprachlos. Auch wenn ich mit euch sehr viel Spaß habe und viele gute Menschen kenne, gibt es in unserer Zeit eine ganz große Schattenseite, die mich oft erstarren lässt. Menschenhandel, Pädophile, noch immer Tierversuche und Länder ohne Tierschutz- das sind einige der großen Dinge, die mich quälen und gegen die ich mich machtlos fühle.
Aber auch die "kleineren" Unmenschlichkeiten überfordern mich. Ein Beispiel: Fremdgehplattformen im Internet. Freie Liebe bedeutet nicht Freiheit, sondern ruft Schmerz und Ängste hervor. Heute dreht sich alles darum, im Fernsehen, im Internet, etc. So eine Menschheit ohne Tabu kann nur schlimmer werden und mit Grauen verfolge ich diese Änderung. Aber auch Mobbing unter Jugendlichen wird immer extremer und auch hier fühlt man sich machtlos. Aber woher sollen die Jugendlichen auch ihre Grenzen kennen - in einer Welt ohne Moral und Tabu. Ja, das sind die Dinge, die mich wirklich quälen und denen ich mich oft hilflos ausgesetzt fühle.

3) Perfektionismus. Diese Charaktereigenschaft quält mich schon seit Jahren. Einerseits bin ich alles andere als perfekt (täglich fallen mir "neue Fehler" auf), andererseits strebe ich danach, alles perfekt machen zu müssen. Und scheitere immer- "perfekt" gibt es einfach nicht. Der Buchblog ist auch so eine Art Therapie dagegen, da ich die Texte nur einmal auf Fehler überprüfe und mir vorgenommen habe, mit dem Rest leben zu müssen.

4) Schlechtes Gewissen. Ich lese viel, ich lese gerne und ich lese so gut wie immer. Dadurch schleicht sich aber auch ein schlechtes Gewissen ein, denn die Zeit, die einem neben der Arbeit bleibt, ist eben begrenzt. Und da kommen dann oft andere zu kurz. Vielleicht fehlt nur eine gute Zeiteinteilung, die ich bisher noch nicht gefunden habe- so lebe ich mit dem schlechten Gewissen, wenn ich wieder einmal all meine Zeit ins Lesen von Büchern gesteckt habe.

5) Ich liebe gutes Essen. Besonders Scampi, Calamari, Meeresfrüchtesalat oder auch ein gut gegrillter Lammrücken. Das Blöde dabei ist immer: Eigentlich müsste ich Vegetarier sein, denn nach jedem guten Essen plagt mich mein Gewissen. Aber dagegen komme ich nicht an: Die Lust auf gutes Essen ist einfach stärker.

6) Könnte ich mich heute noch einmal entscheiden, einen Beruf zu wählen, würde ich Deutschlehrerin werden. Unser Schulsystem ist veraltet, marode, längst schon tot. Mich ärgert es, dass Schüler nicht motiviert und begeistert werden, sondern abgestumpft, überfordert, gelangweilt. Ich selbst habe zwei Kinder und alles miterlebt: Sie kommen voll Freude in die Schule, sind noch total motiviert zu lernen- und schon nach kurzer Zeit heißt es: blöde Schule; mag ich nicht; kann ich nicht. Das schmerzt, denn man weiß: Es liegt nicht an den Kindern. Kinder wollen lernen, wollen neue Sachen entdecken, alles ausprobieren- von daher liegt die Schuld alleine am Schulsystem. Als Lehrerin kann man vielleicht nicht viel bewirken, aber es wäre ein Anfang. Ich hoffe, da draußen gibt es viele Lehrer, die hier für eine Verbesserung kämpfen.

7) Meine direkte Art mag nicht jeder. Ja, ich bin harmoniebedürftig und normalerweise eher schlichtend. Aber ich bin auch sehr direkt, spreche nicht hinter dem Rücken, dafür falle ich gerne mit der Tür (meiner Meinung) ins Haus. Damit kommt nicht jeder klar (eigentlich nur wenige). Umso schwerer tue ich mir mit Menschen, die genau andersherum agieren: Hinter dem Rücken schimpfen und dir ins Gesicht lächeln. Darauf reagiere ich ziemlich allergisch und auch nachtragend. Ich weiß, direkt sein ist in der heutigen Zeit nicht gut und man kann es von anderen nicht erwarten- aber diesen Charakterzug werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr ändern können (wollen).

Das sind die sieben Dinge, dich ich hier über mich ausgeplaudert habe und hoffentlich nicht bereuen werde. Es ist wirklich schwer zu entscheiden, was man im Internet über sich preisgibt und was man lieber für sich und sein nicht-virtuelles Leben behält.  Andererseits kann man wahrscheinlich in paar Jahren alles über sich im Internet lesen, wenn es so weitergeht, weil sich das "reale" Leben ja immer mehr auf die virtuelle Welt verschiebt.

Genug geschwafelt. Ich will heute schließlich noch ein gutes Buch lesen. Jetzt fehlt nur noch eine Nominierung und ... tada... für diesen Award nominiere ich den Bücherwahn-Blog.

Euch ein schönes Wochenende, wir lesen uns bei Twitter & Co. Ach ja, und nicht vergessen, heute am Abend gibt es wieder eine Lesenacht bei Anka!

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